Forschung im Urlaub

Geschrieben am 23. April 2009 in Allgemein von flo || Keine Kommentare

 SZ Wissen, März Ausgabe (Zitat)

Eidechsen und Kröten zählen auf Rügen

Im Biosphärenreservat Südost-Rügen leben Schlingnattern, Fledermäuse, Eidechsen und seltene Kröten. Unter dem Motto „Abenteuer Naturschutz“ können Feriengäste auf Deutschlands größter Insel als „Urlaubsranger“ arbeiten.

Biologen, Geologen und Ökologen sind zusammen mit Touristen auf Naturschutzpatrouillen unterwegs. Im Auftrag des Naturschutzbunds Deutschland, des Biosphärenreservats und des Deutschen Meeresmuseums sammeln die Hobbyranger Daten über die Lebensräume der Halbinsel Mönchgut und über bedrohte Tierarten.

Worum es geht
Biologie

Was Sie lernen können
Wie Amphibien und Reptilien leben.

Was die Wissenschaft davon hat
Erfassung seltener, bedrohter Tierarten.

WertungSpaß
Wissenschaftliche Erkenntnis

TITUS ARNU

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Kegelrobbe pausiert vor dem Göhrener Nordperd

Geschrieben am 17. April 2009 in Allgemein von flo || Keine Kommentare

Ostsee Zeitung, 16. Februar 2009 (Zitat)

Die zahl der Robbensichtungen vor Rügen häuft sich. Erst am Sonntag hat einen Kegelrobbe vor dem Nordperd Station gemacht.

Göhren Eigentlich sollte Hilmar Schnick Wasservögel zählen. Das hat er auch getan. Trotzdem musste er mal den Stift aus der Hand legen und die Kamera zücken, um zu dokumentieren, was nicht jeden Tag zu dokumentieren ist. „Eine Kegelrobbe hatte vor dem Göhrener Nordperd ein Pause eingelegt“, beschrieb der Mitarbeiter des Amtes für das Biosphärenreservates Südost Rügen gestern das, was er am Sonntag erlebt und gesehen hatte.

Für Schnick ist das immer noch ein Wunder, „auch wenn sich die Beobachtungen vor der rügenschen Küste in der Vergangenheit wieder gehäuft haben“, sagt er. Und erinnert sich, dass vor etwa eineinhalb Jahren ein Seehund vor Rügen gesichtet wurde. Zudem hätten auch Badegäste darüber informiert, dass sie morgens vor Göhren gleich zwei Robben, die zusammen unterwegs waren, gesichtet haben. Und vor diesem Ostseebad scheint die Sichtungsquote relativ hoch zu sein: „Die Robben schwimmen längs der Küste und bleiben wegen der exponierten Lage des Nordperds dort erstmal hängen“, schildert Schnick die Umstände.

Die Beobachtungen würden vor allem zur jeweiligen Heringssaison gemacht. „Die aktuelle hat begonnen, und da folgen die Robben den Heringsschwärmen. Ist die Heringssaison dagegen zu Ende, sinkt die Zahl der zu beobachtenden Tiere drastisch“, sagt Schnick und verweist auf eine Untiefe im Greifswalder Bodden. „Bei einem Monitoring haben wir bis zu 15 Kegelrobben auf einmal gesichtet.“ Seit zwei Jahren sind Rügens Ranger im Robbenmonitoring im Einsatz und unterstützen damit die Bestandsuntersuchungen des Meeresmuseums Stralsund, des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie sowie des Bundesamtes für Naturschutz auf der Insel Vilm.

An Deutschlands Küsten sind die bis zu drei Meter langen und 320 Kilogramm schweren Kegelrobben relativ selten. Das war nicht immer so: Im Mittelalter lebten im Wattenmeer mindestens ebenso viele Kegelrobben wie Seehunde. Als angebliche Konkurrenten der Fischer wurden sie im Laufe der Jahrhunderte jedoch nahezu ausgerottet. Ihren deutschen Namen hat die Kegelrobbe wegen ihrer Kopfform erhalten. In England nennt man sie auch „horsehead“ (Pferdekopf); in den meisten Ländern wird sie jedoch schlicht „Graue Robbe“ genannt. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Lachsen, Dorschen, Heringen auch Makrelen und Schollen.
CHRIS-MARCO HEROLD

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