Erdrutsch am Litorina-Kliff – Göhrener Nordhang

Geschrieben am 15. April 2008 in Allgemein von otto || Keine Kommentare

Bedingt durch die feuchten Wetterlagen kommt es an den Steilküsten von Rügen immer wieder zu Rutschungen. Was bei Jasmund die Kreide ist, sind im Süden von Rügen die Moränen aus Sand und Mergel. Ende der vergangenen Woche hat es auch den Steilhang am Göhrener Nordhang getroffen. Östlich der Waldstraße ist am alten Litorina Kliff auf einer Fläche von etwa 10 x 10 Metern der Oberboden mit Teilen des Unterbodens in einer Mächtigkeit von etwa 30 – 50 cm auf die alte Bahnhofstraße abgerutscht.
Grund dafür sind unter anderem die hohen Niederschläge in den vergangenen Tagen. Ist der Oberboden mit Wasser gesättigt und kann dieses oft bedingt durch einen Sprung des kf-Wertes* nicht schnell genug in tiefere Horizonte abfließen bildet sich ein Wasserstau, der wie eine Wasserrutsche die obere Schicht abrutschen lässt.
Da weitere Rutschungen nicht ausgeschlossen sind, ist größte Vorsicht geboten! Anfang dieser Woche wird ein Experte** den Hang untersuchen und Vorschläge für das weitere Vorgehen einreichen.
Bei der zukünftigen Gestaltung der Fläche sollten neben ästhetischen Aspekten auch Aspekte der Ingenieurbiologie unter Beachtung der hpnV*** mit einfließen.

* Durchlässigkeitsbeiwert des Bodens, kennzeichnet den Einfluss der Bodeneigenschaften auf die Wasserdurchlässigkeit gemessen in cm/Tag (Mückenhausen).
** Ein Experte ist ein Mann, der nachher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat (Churchill).
*** heutige potentiell natürliche Vegetation – Pflanzengesellschaft, deren Ansprüche an ihren Lebensraum mit den angetroffenen Standortfaktoren eines Gebietes die größtmögliche Übereinstimmung aufweist (Ellenberg).

Jens Otto

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