Die Amphibien-Laichzeit ist im Gange

Geschrieben am 8. April 2008 in Allgemein von otto || Keine Kommentare

Neben bunten Frühjahrswäldern und wildem Vogelstimmengezwitscher gehören an vielen Straßen mittlerweile auch die Krötenzäune zum typischen Frühjahrsbild.
Bei meiner letzten Nachtwanderung in der Nähe von Göhren konnte ich schon einige Springfrösche an einem Löschteich hören. Am anderen Tag waren an einigen Stellen ihre kleinen Laichballen zu finden. Sehen konnte ich aber keines der Tiere.
Ganz anders erging es mir in den warmen Tagen nach dem kurzen Wintereinbruch über Ostern. Hier konnte ich an einem Gewässer gleich mehrere interessante Amphibien sehen.
Gleich am Anfang empfing mich ein blauer Moorfrosch. Zur Balz sind einige der sonst braunen Frösche blau gefärbt, um den Weibchen zu imponieren. Auch seine dunklen Brunftschwielen an den vorderen Zehen waren deutlich zu erkennen. Diese Braucht er, um das Weibchen sicher zu “umarmen”. Direkt neben ihm bewegte sich ein bläulich schwarzer „Ast“ langsam im Wasser. Beim genaueren hinsehen hatte der „Ast“ allerdings vier Beine an denen kleine fingerähnliche Zehen saßen. Vorsichtig griffen diese nach kleinen Blättern und Halmen, um sich im dichten Gewirr fortzubewegen. Es war ein recht großer Kammmolch. Etwa 16 cm war dieses Weibchen vor mir groß. Der Kammmolch ist sehr selten und erfährt als FFH-Art europäischen Schutz.
Zu guter letzt entdeckte ich noch ein kleines lebendes braunes „Blatt“ zwischen dem übrigen Falllaub. Beim zweiten Hinsehen erkenne ich einen Springfrosch und er war nicht allein. Noch drei weitere konnte ich entdecken. Ihr großes Trommelfell dicht neben dem Auge, der große Fersenhöcker, die langen Beine und das spitze Maul sind in der Kombination sichere Bestimmungsmerkmale.

Jens Otto

Moorfrosch Männchen

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