Rügen atmet durch…

Geschrieben am 20. September 2007 in Allgemein von patrick || Keine Kommentare

Es ist früh am morgen und ich schiebe die noch geschlossene Gardine ein Stück beiseite. Ich erkenne ein Stück des Himmels. Es sind keine Wolken zu sehen und es scheint ein sonniger Tag zu werden. Ich verlasse meine Wohnung und trete hinaus auf die Strasse und muss doch feststellen, dass es nun recht kühl geworden ist. Wo ist der Sommer geblieben? Die Zeit verging wieder viel zu schnell. Wenn man im Tourismus arbeitet, dann ist die Saison eine schnelllebige Zeit. Gäste kommen und gehen wieder. Programmpunkte werden durchgeführt und abends wird auf den Konzerten gefeiert. All dies ist nun wieder vorbei und Rügen, speziell das Mönchgut, ist wieder allen Anforderungen gerecht geworden und kann jetzt wieder durchatmen. Viele Gäste haben sich verabschiedet und wollen nächstes Jahr definitiv wiederkommen. Sie fragten, was wir im Winter hier auf der Insel machen. Selbstverständlich verfallen wir in eine Art Winterschlaf aus dem wir nur zu unserem jährlichen Strandkorbsilvester mit anschliessender Feier im grossen Partyzelt auf dem Kurplatz aufwachen.

Jetzt läuft ja erstmal die Nachsaison und die Programmpunkte passen sich den Gästen an. Während man im Hochsommer viele Stammgäste mit Ihren Familien wiedertrifft, sind es in der Nachsaison eher ältere Paare die wieder zu uns kommen und uns ihr Vertrauen bei Programmpunkten wie Rückenschule, Wanderungen und Radtouren entgegenbringen. Die Art und Durchführung der Programmpunkte ist zwar ähnlich der Punkte in der Hauptsaison, aber die Gäste in der Nachsaison sind sehr neugierig und sehr erfahren. Es werden viele Fragen zur Entstehung der Insel gestellt und es wird Wissen über die geografischen und geschichtlichen Feinheiten ausgetauscht. Als Einheimischer und Tourguide freue ich mich über soviel Neugier und Mitarbeit, wenn wir auf unseren Wanderungen unterwegs sind. Die Zeit vergeht dann immer wie im Fluge und eh man sich versieht war man doch länger unterwegs mit den Gästen als eigentlich geplant. Es gibt halt nichts schöneres auf Rügen als sich ein erhöhtes Plätzchen zu suchen und sich die frische Meeresluft bei einem interessanten Gespräch mit netten Menschen durch die Lungen strömen zu lassen. Aber Vorsicht Seeluft macht hungrig…

…für diesen Fall sind selbstverständlich weiterhin die exklusiven Restaurants geöffnet. Frischer Fisch ist für uns eine Selbstverständlichkeit und auch in der Nachsaison sind wir ständig damit beschäftigt neue Kreationen hervorzubringen, die die Gäste dann bei einem schönen Abendessen ausprobieren können. Ich empfehle einen Besuch im Carpe Diem oder inder kleinen urigen Fischklause in Göhren.

Die Saison endet dann am 31.10.07. Das soll natürlich keine Aufforderung sein unsere Insel zu verlassen, denn Rügen hat zu jeder Zeit etwas zu bieten. Jetzt steht die Zeit der grossen Stürme vor uns. Es ist ein atemberaubender Anblick, wenn das Wasser der Ostsee den meterbreiten Strand verschluckt und mit viel Schaum und Getöse bis hoch an die Dünen schlägt. Ist der Sturm dann erstmal vorbei und es regt sich kein laues Lüftchen mehr, dann ist der Strand wie ein grosser fester Sandplatz auf dem man alle möglichen Aktivitäten durchführen kann. Diese Idee haben auch viele andere Menschen und es tummeln sich Jogger, Nordic Walker und Spaziergänger am Strand und gehen Ihren Aktivitäten nach. Es sind natürlich längst nicht so viele Leute am Strand wie im Hochsommer, aber wenn man auf dem nun festen Strand die Bucht entlangblickt, dann merkt man wie Rügen ausatmet. Ich habe das Gefühl als würde Rügen diese Ruhe geniessen. Genau wie die Menschen die auch am Strand unterwegs sind…

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