Von Schwertern, Piraten und geheimnisvollen Schätzen

Geschrieben am 3. Juli 2007 in Allgemein von patrick || Keine Kommentare

Langsam und stetig zieht der alte Pirat einen Rügener Schleifstein über seine Klinge um sie für den bevorstehenden Kampf zu schärfen. Er ist allein und er weiss um eine Schatzkarte und den Ort Ihres Verstecks irgendwo auf Rügen. Er ist nicht stark genug um Sie allein zu holen. Soviel ist ihm klar, er braucht unbedingt Hilfe, denn eine Menge Gefahren warten auf Ihn. Aber woher die Hilfe nehmen? Die meisten der heutigen Piraten haben Ihr Handwerk an den Nagel gehängt und gehen ehrwürdigen Berufen nach. Das ist ganz und gar nicht im Sinne des Piraten. Er will in Freiheit leben und sich nehmen was sie zu bieten hat. Es gibt für Ihn nur eine Möglichkeit. Er brauch unverdorbene Kinder und Jugendliche die zu allen Schandtaten bereit sind und ihm bei der Suche nach dem Schatz zur Seite stehen. Glücklicherweise sind in der Sommerzeit viele potenzielle Kinderpiraten auf der Insel Rügen und die Auswahl ist groß. Schnell hat er eine Mannschaft zusammen. Mit etwas Rum hat er sie auf die bevorstehenden Abenteuer eingeschworen und begibt sich mit ihnen auf die Suche nach der Karte. Es dauert nicht lange und in Seedorf, einem der idyllischen Fischerdörfer Südostrügens, findet sich ein Teil der Karte. Die Dollarzeichen blitzen in den Augen der Crew. Bei genauem inspizieren der Karte wird allen klar, dass sie nicht vollständig ist und dass sie den Rest der Karte auf einem alten Piratenschiff finden würden. Schnell ist das Schiff ausfindig gemacht und eine Taktik zum entern ist schnell ersonnen. Alle stürmen mit Säbel, Schwert und Enterhaken das Schiff und fordern die Karte des Käpitäns. Dieser weist nur auf die hohe See und ein weit entferntes Boot. Er ruft mit krächzender Stimme: “Mein Bootsmann hat mich bestohlen und ist mit der Karte geflohen”. Eine unbändige Wut macht sich in den Piraten breit und sie schliessen mit dem Kapitän einen Pakt. Gemeinsam nehmen sie die Verfolgung auf und sind fest entschlossen den Bootsmann einzuholen und Ihm den zweiten Teil der Karte zu entreissen. Die Piratenflagge wird an Bord gehisst und das alte Schiff legt ab und mit vollen Segeln geht’s dem Dieb hinterher. Schnell holen Sie auf und nutzen die Zeit um ihre Waffen vorzubereiten und Luftballons mit Wasser zu füllen. Schnell sind sie an Steuerbord des Bootsmanns und eröffnen das Feuer. Das kleine Boot hat keine Chance gegen die Übermacht der Piraten und Sie ziehen den erschöpften Bootsmann an Bord und nehmen Ihm die Karte nach einem kleinen Handgemenge ab. Sie fügen die Karte zusammen und nun offenbart sich das Versteck nach dem Sie nun schon eine ganze Zeit suchen. Der Verräter wird an den Mast gebunden und muss nun zusehen wie die bis an die Zähne bewaffnete Crew auf grosse Schatzsuche geht. Schnell nähern Sie sich dem Versteck des Schatzes und sehen Ihn im Wasser treiben. Die Gier des Bootsmanns steigt ins unermessliche als auch er den Schatz erblickt und verleiht ihm Kraft sich aus den Schlingen am Mast zu befreien. Ein beherzter Sprung über Bord und mit ein paar schnellen Schwimmzügen ist er beim Schatz und versucht sich vom Schiff mit ihm zu entfernen. Aber der Schatz ist schwer und zerrt an seinen Kräften. Er gibt auf. Die Piraten sind nun nicht mehr zu bremsen in Ihrer Wut und entledigen sich des Bootsmannes. Nun können Sie sich in aller Ruhe über den Schatz hermachen und teilen Ihn unter sich auf. Der alte Pirat und seine junge und nun auch kampferfahrene Mannschaft sind am Ziel angekommen und alle schauen in zufriedene Gesichter. Der erste Erfolg der Mannschaft ist geschafft und eine neue Frage geistert in den Köpfen der Piraten rum. Wo gibts als nächstes was zu holen? Dies ist aber eine andere Geschichte…

Mit piratenhaftem Gruss

Patrick der Bootsmann, Dieb, Verräter :-)

Rund um den Selliner See

Geschrieben am 2. Juli 2007 in Allgemein von patrick || Keine Kommentare

8.00 Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Heute ist der Tag an dem eine der schönsten Radtouren im Biosphärenreservat Südost Rügen stattfindet. Die Vorfreude auf diese Tour für mich als Tourguide, ist sehr hoch und nach einer Dusche und einem Frühstück gehts ins Büro und ein Blick auf die Anmeldeliste für die Tour zeigt mir eine Teilnehmerzahl von 15 radbegeisterten Gästen. Einige Namen erkenne ich sofort wieder und freue mich darüber, dass sie wieder dabei sind. Die Tour in der letzten Woche zur Fürstenstadt Putbus scheint ihnen wohl gefallen zu haben.

9.45 Uhr Langsam füllt sich der Bürgersteig vorm Hauptbüro der AVR- Ferienanlagen und ich lerne wie jeden Tag nette gut gelaunte Gäste kennen die es nicht erwarten können endlich loszustarten. Ein Vergleich mit der Anmeldeliste zeigt, dass schon alle da sind und wir könnten schon losstarten. Leider muss ich die Gäste etwas einbremsen da wir ja auch spontan noch Gäste mitnehmen die sich kurzfristig entscheiden. Manche Gäste sind etwas besorgt ob ihre Kinder die Tour schaffen, aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass die Erwachsenen immer hinten dran hängen. :-)

10.05 Uhr Nun kann ich die Gäste nicht mehr halten und auch ich will nun endlich los. Wir haben strahlenden Sonnenschein und es nicht zu heiß. Optimales Wetter um meine Heimatinsel zu erkunden. Wir starten los und es geht den Göhrener Berg hinab. Der Fahrtwind kühlt uns das Gesicht und wir biegen nach einem kurzen Stück Strasse in die Baaber Heide ein und fahren den alten Postweg nach Baabe und dann Richtung Bollwerk.

10.30 Uhr Das erste Highlight der Tour ist die Überquerung eines Kanals mit einer Ruderfähre, aber als der Fährmann unsere fröhliche Tour erblickt, ergreift er mit seinem Ruderboot die Flucht und bringt erst mal die Leute über den Kanal die er bereits in seinem Boot hat. Er tut dies aber nur um seine Geheimwaffe zu holen. Am anderen Ufer sehen wir wie er sich in ein größeres Boot setzt und den Außenborder anwirft und ganz gemütlich mit seinem Motorboot zu uns übersetzt. Schade, wir hätten ihn gerne rudern sehen mit uns und unseren schweren Rädern. :-) Dafür passen aber alle Gäste samt Räder in sein Boot. Leicht verdientes Geld für ihn würde ich sagen.

10.50 Uhr Wir verabschieden uns vom Fährmann mit dem Geld was er für die Überfahrt bekommt und radeln mit kräftiger Pedale zum Grosssteingrab Goldbusch. Hier halte ich einen kleinen Vortrag über die Geschichte der Gräber. Ich schaue dabei in interessierte Gesichter der erwachsenen Gästen und in gelangweilte Gesichter der Kinder, die es nicht erwarten können endlich weiterzufahren.  :-) Nach ein paar Fragen und einer lustigen Unterhaltung am Rande des eigentlichen Themas gehts weiter und wir erblicken rechter Hand den Selliner See und seine anliegenden Orte. Hoch auf dem Berg hebt sich aus den Baumkronen das Cliffhotel ab, welches fragwürdige Berühmtheit in der DDR hatte. Es war nur für die obersten Staatsmänner der damaligen SED zugänglich. Es ist aber für den Grossteil der Gäste interessant über diese Zeit etwas mehr zu erfahren und ich bringe öfter dieses Thema ins Gespräch.

11.10 Uhr wir treffen in Sellin ein und ein lautes Zischen schallt durch die Luft. Alle drehen sich erstaunt um und fragen sich was das war. Hinter ein paar Bäumen sehen wir dunkle Rauchwolken aufsteigen. Brennt es etwa? Alle steigen von Ihren Rädern und dann ist das Geräusch einer Dampfmaschine zu hören und aus dem Wald fährt der “Rasende Roland” in den Kleinbahnhof von Sellin ein. Alle freuen sich über diesen Anblick und die Kinder erfinden gleich einen neuen Namen für die Bahn und taufen sie “Rauchender Robert”, denn wirklich rasen tut die Bahn ja nicht. Alle brechen in herzhaftes Lachen aus und steigen wieder auf die Räder.

11.30 Uhr Wir treffen in Baabe ein und wir biegen gleich nach links Richtung Meer ab. Von Baabe aus führt uns ein asphaltierter Weg direkt nach Göhren zurück den wir uns mit Fussgängern teilen. Alsbald kommen wir in Göhren bei der Bersteinpromenade an und steigen hier von den Rädern ab. Nun dreh ich mich um und ich bin mit allen Kindern der Tour allein. Wie schon gesagt, die Erwachsenen wurden dann einfach mal abgehängt und kamen ein paar Agenblicke später an. Wir haben die Eltern noch ein bisschen mit den Kindern verhöhnt und machten uns über sie lustig. Alle lachten noch herzhaft darüber und dann trennten sich unsere Wege, aber nicht ohne vorher nochmal nach der nächsten Tour zu fragen und wo sie hingeht. Mir hat es mal wieder sehr viel Spass gemacht und freue mich jedes mal über die Arbeit mit den Gästen. Aber nun gehts zum Mittag denn radfahren macht hungrig.

Bis zum nächsten mal

Patrick